Mikrogramme

Premiere 14. April 2005, Berlin

 

Regie: Christian Bertram
Bühne: Max Dudler
Musik: Hans Peter Kuhn
Dramaturgie: Simone Bernet

Mit Christian Bertram hat sich jetzt erstmals ein Regisseur an die Inszenierung einiger Dramolette aus Walsers Spätwerk gewagt. Nach der Berliner Uraufführung von "Mikrogramme - das kleine Welttheater" wurde am Freitag das Zürcher Publikum zum Spaziergang durch diesen Mikrokosmos geladen. Max Dudler hat die Bühne als einen Schalltrichter gestaltet; die suggestive Lichtregie verwandelte das Bleistiftgebiet in eine Traumlandschaft. Wie im Traum, als ein, wie es an einer Stelle hiess: "langer, tröstender, gleichsam einlullender Kuss", hat sich der Theaterabend ohne Handlung, aber voller Wortgirlanden und Charmeoffensiven denn auch abgespielt.

Gieri Cavelty, NZZ

 

 


Durch die Zeitlosigkeit der Kostüme (Gisela Storch-Pestalozza), eine zurückhaltende Dramaturgie (Simone Bernet) und dezente Lichtprojektionen (Boris Kahnert) rücken die Sprachschnörkel Walsers in den Mittelpunkt. Ich brauche nicht wahr zu sein zu beabsichtigen, heißt es an einer Stelle, und man sieht den Satz wie in den Raum gestanzt vor sich.

Brigitte Preissler, Berliner Zeitung

 

 

 

... Erlesene Schauspieler, intelligente, leise Musik, ein gescheites Bühnenbild, alles ästhetisch fein aufeinander abgestimmt (was für ein Licht!), alles eingedampft bis auf die Essenz, konzentriert herausgearbeitet und sichtbar gemacht, alles ist da - und nichts, das schreit: seht, hier bin ich! Ein Vergnügen, solchem "Welttheater" zuzuschauen.

                                                                             Matthias Zschokke, Autor