Selbstkommentar zur Austellung:
Shahroukh
Der Kommentar als selber was
Also Kommentar zur Form der Ausstellung
Nach Außen.
Mir war im Vorfeld des ersten Sharukh Kommentars der Gedanke wichtig, daß eine Ausstellung das Ausgestellte dem Nicht-Ausgestellten beiseite stellt und somit schon, durch diese grundeigenste Geste, einen Kommentar zu allem Nicht- Ausgestelltem darstellt. Deshalb war mir die Verbindung nach außen wichtig, bzw. ein gewissermaßen durchsichtiger Rahmen, der sich für mich durch die weithin sichtbare Heraushebung der Galerie aus der Straßenzeile mit Hilfe der außen postierten Scheinwerfer herstellte. Dadurch wollte ich die Galerie selbst nochmals ausstellen und einen fließenden Übergang herstellen. Gleichzeitig standen Galerie wie Ausgestelltes im selben Licht.
Nach Innen.
Das besondere am Licht im Bezug auf Ausstellungen ist, daß es in gleicher Weise zu den grundlegenden Bedingungen des Raums, des Ausstellungsraums, wie auch zur Kunst zugehörig wahrgenommen werden kann und somit in der Funktion als Medium des Erscheinens der anderen Objekte und des Raums einen Zwischenplatz einnimmt. Bei Sharoukh wurde diese Situation verdoppelt: Der Raum wurde ausschließlich von außen erhellt und somit die im Raum festinstallierten Leuchtstoffröhren im ausgeschalteten Zustand zusammen mit dem Austellungsort mitausgestellt. Gleichzeitig wurden die sonst nicht wahrnehmbaren elektromagnetischen Wellen, die bei der Lichterzeugung mit Leuchtstoffröhren entstehen, analog in eine Soundspur übersetzt und ausgestellt. Der Sound kommentierte hier also - als analoge Übersetzung in einen anderen Sinnesbereich - die abwesende, unreine und als ungesund geltende Lichtenergie des Leuchtstoffs, die normalerweise in den Räumen der Frise für die Sichtbarmachung verantwortlich ist.
Zwischen uns.
Als zweiter Punkt war mir die Thematisierung der Galerie als sozialer Ort, bzw. als Bühne wichtig. Als ein aus der Alltagswahrnehmung herausgehobener Ort stellt für mich eine Galerie immer auch
eine Bühne dar, auf der Sehen und Gesehenwerden beim Sehen und Gesehenwerden eine charakteristische Konstante ist.
Durch die direkt ins Licht gestellten AusstellungsbesucherInnen sollten diese sich selbst gegenseitig als ausgestellt wahrnehmen (auch die Bar und die Toilette waren im lichtinszenatorischen
Rahmen miteinbegriffen) und genötigt werden, sich dazu zu verhalten. Der Aspekt der Selbst- und Fremdwahrnehmung wurde hier nochmals theatralisiert und bekam dadurch eine potenzierte
Künstlichkeit.
Leuchtstoffröhre zum Anhören: